Der fränkische Mann
geschrieben von Frau Pfeffer on Dezember 29, 2008
Im südlichen Teil der Bundesrepublik Deutschland lebt seit Jahrtausenden ein Volk, welches sich durch einige Eigenarten deutlich von anderen Erdbewohnern abhebt. Es handelt sich hierbei um die Franken.Meist beschränkt man sich auf nur drei Worte pro Satz. Einige Ausdrücke haben sogar nur wenige Buchstaben. Die in der modernen Datenverarbeitung üblichen Reduktionsverfahren versagen vollständig, da eine weitere Komprimierung physikalisch nicht mehr möglich ist. Aus diesem Grunde wird derzeit eine weltweite Einführung dieser Sprache zumindest in der Textverarbeitung diskutiert.
Anhand der folgenden Beispiele soll gezeigt werden, wie sich der Franke in verschiedenen Situationen ausdrückt:
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Ihr Bildungsgrad scheint eher niedrig angesiedelt zu sein |
debb |
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Ihre Ansichten sind für mich nicht nachvollziehbar |
Kumm, derzähl nix |
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Nach meiner subjektiven Einschätzung verfügen Sie über eine gewisse Naivität |
Debberla |
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Ich verspüre eine ungewöhnlich heftige Aggression gegen Sie |
Ich hau der anne nei dast die speist |
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Ich rate Ihnen dringend zu etwas mehr verbaler Zurückhaltung |
halt die Babbm |
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Ich erkenne in Ihren Äußerungen keinerlei Logik |
Gschmarri |
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Infolge heftiger Erheiterung musste ich unerwartet urinieren und befeuchtete mir dabei das Beinkleid |
vor lachn in die husn brunnst |
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Damit habe ich absolut nicht gerechnet |
leggst mi am Arsch |
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Ich darf Sie doch höflichst ersuchen diesen Ort umgehend zu verlassen |
verschwind |
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Derzeit bin ich nicht bereit mich mit Ihnen und Ihren Ansichten in irgendeiner Weise auseinander zu setzen |
Konnst mi a weng gern hom |
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Hiermit drohe ich Ihnen ernsthafte körperliche Gewalt an |
brauchst a schelln |
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Ihre Herkunft scheint eher dem kriminellen Milieu zu entspringen |
Fregger |
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Ihr Gesichtsausdruck verrät in aller Deutlichkeit Ihre Gedankengänge |
Du schaust wie a Achernla wenns blitzt |
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Ich habe Ihre Worte akustisch leider nicht verstanden |
Hä |
Um als Fränkischer Mann beim zarten Geschlecht erfolgreich zu sein, bedarf es eines gewissen
Einfühlungsvermögens, was im Dialog aber nicht zwangsläufig komplizierte Redewendungen erfordert
| Für meine Begriffe haben Sie die Altergrenze deutlich überschritten | olda Schachtel |
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Sie neigen offensichtlich zu Hyperaktivität in Sachen Körperpflege |
eitle dreegsau |
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Es handelt sich um eine attraktive Dame, die exakt in mein Beuteschema |
saubers Madla |
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Der Liebe Gott hat Sie leider nur spärlich mit Schönheit ausgestattet |
hässlicher Voochel |
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Ihr Gesäß könnte man eventuell als etwas unförmig betrachten |
motz oarsch |
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Sie haben ein ausgesprochen wohl geformtes Popöchen |
scheener popers |
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Sind Sie mit dieser Dame intim gewesen? |
host ders naufghaut?! |
Das betriebliche Zusammenleben schweißt im Laufe der Jahre zu einer festen Gemeinschaft zusammen. Auch ohne viele Worte versteht man sich. Der Fränkische Mann konzentriert sich auf den Kern der Sache und verzichtet dabei bewusst in seiner Ausdrucksweise auf übertriebene Floskeln oder Schönfärberei.
| Ich möchte Ihre Entscheidung weder beeinflussen noch ihr im Wege stehen | Is doch mir woschd |
| Das kann ich mit absoluter Sicherheit ausschließen | Su a gschmarri |
| Ihre Reaktion halte ich für reichlich übertrieben | bist bleed, doldi |
| Sollten Sie mein Büro nicht unverzüglich verlassen werde ich zu Gewaltausbrüchen neigen | etz aber schnell naus |
| Ich habe gewisse Zweifel an Ihrer Darstellung | gwies net |
| Ich tendiere eher zu “NEIN”, bin mir aber durchaus nicht sicher | des glaab i net |
| Ich bin geneigt “JA” zu sagen, sehe aber noch Unsicherheiten | Basst, (wahlweise auch:) Eh kloar |
| Von diesem Artikel haben wir einen riesigen Lagerbestand | saumäßig viel do |
| Sie haben fachlich erhebliche Wissensdefizite | Doldi |
| Das Qualitätsniveau der Ware ist unbefriedigend | graffl |
| Der Kollege hat sich bei der Anfertigung des Teils große Mühe gegeben | bassd scho |
| Wir sollten uns gemeinsam dazu entschließen, dieses Projekt umgehend zu beginnen |
back mers |
| Es war nicht besonders kollegial von Ihnen, diese Information an die Geschäftsleitung weiter zu geben |
Maulaff |
| Es fällt mir schwer den Gedankengängen unseres Betriebsleiters zu folgen | Der Kappo hatt an Badscher |
| Ich bin derzeit sehr beschäftigt, werde mich aber im Anschluss um Ihr Anliegen bemühen | Glei bin i do |
| Ich sehe mich derzeit völlig außer Stande, die gegebene Situation irgendwie zu verbessern |
do kannst nix machn |
| Im Interesse der friedlichen Koexistenz bin ich jederzeit zu Kompromissen bereit | wennst manst |
| Ich möchte Ihre Entscheidung weder beeinflussen noch ihr im Wege stehen | Is doch mir woschd |
| Das kann ich mit absoluter Sicherheit ausschließen | Su a gschmarri |
| Ihre Reaktion halte ich für reichlich übertrieben | bist bleed, doldi |
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fränkisch verwirrt clubfan
Hmm… hier ist vom fränkischen Mann die Rede. Warum? Weil die fränkische Frau des verbalen Ausdrucks noch nicht mächtig ist?
[...] Heute habe ich in Fr. Pfeffers Blog einen Beitrag gesehen, wo der Versuch unternommen wird, die fränkische Sprache dem geneigten Leser etwas näher zu bringen. Aber lest selber… [...]
wer ko, der ko,
wer derf, der derf,
der Hutzelmo
Am besten is “Im Interesse der friedlichen Koexistenz bin ich jederzeit zu Kompromissen bereit”! Auch sehr charakteristisch für uns Franken